| Chronik der Gemeinde Urspringen |
Das Dorf Urspringen,
erstmals im Jahre 1015 urkundlich erwähnt (verbrieft zu Fulda am 29. Christmonats 1015)
liegt fast zentral auf der sogen. "Fränkischen Platte" umgeben von
Hügellandschaft mit der höchsten Erhebung "Heisenberg" 342 m und dem
"Klingentalgraben" mit etwa 210 m ü.N.N. |
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Vom Klosterstift Fulda an das Hochstift von Würzburg, an die Grafen von Henneberg, an die Grafen von Castell, an die Vogte von Rieneck, an die Kottwitz von Aulenbach, an die Grafen von Ingelheim und schließlich erneut im Jahre 1833 an die Grafen von Castell Rüdenhausen, die den stolzen Besitz von 104 Hektar Land und 2000 Morgen Wald verwalteten. Das Leben der Einwohner war geregelt und eingebettet in die strenge Dorfordnung (Weistum) von Urspringen, das mehrere Jahrhunderte Gültigkeit besaß und Grundlage eigener Gerichtsbarkeit war; hier einige Beispiele: "... sie (die Bewohner) mussten eifrig in die Kirche gehen", blieben sie zu lange im Wirtshaus, mussten sie eine "Hokkersteuer" zahlen; der Wirt musste "volle Maßen" Bier ausschenken. Wer beim Steuerzahlen schimpfte oder fluchte, wurde bestraft, nachts wurde jede Stunde "ausgeschrieen", Hochzeiten durften nicht länger als zwei Tage gefeiert, zum Essen dabei kein Wein gereicht werden. Beim Tanzen war "unziemliches und ungeschicktes und unzüchtiges Springen" verboten. Am schwersten wurde Ehebruch und Hurerei bestraft. Frauen traf die doppelte, Jungfrauen eine noch härtere Strafe! Die Statistik aus dem Jahre 1865 belegt, dass die Bevölkerung Urspringens aus 818 Katholiken, 172 Juden und 32 Protestanten bestand. Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte Urspringen nicht zuletzt durch die Geschäftstüchtigkeit der Juden einen bedeutenden Aufschwung und Markt-Charakter. |
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